Presseverteiler
Ich bitte darum, in den Presseverteiler für Gegenstrom08 aufgenommen zu werden:
Presseerklärungen
23.8.2008: Schwarz-Grün lässt für Kohlekraftwerk knüppeln
Gegen Mittag brachen trotz Dauerregens rund 700 Demonstranten von Neuwiedenthal auf, um gegen den Bau des Kohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg zu protestieren. Knapp einen Kilometer vor der Baustelle verließ die Aktion „Gegenstrom08“ die Demonstrationsroute und teilte sich in mehrere Finger auf.
"Die Entschlossenheit und der Mut der AktivistInnen war beeindruckend. Sie haben mehrere Polizeiabsperrungen umgangen sowie Zäune und Gräben überwunden und wurden erst direkt am Bauzaun mit massiver Polizeigewalt zurückgeschlagen. Wie abgesprochen sind wir auf die Eskalationsversuche der Polizei nicht eingegangen.", erklärt Christoph Kleine von Gegenstrom08.
Die Demonstranten wurden von der Polizei brutal mit Wasserwerfern, Knüppeln, Reizgas und Fußtritten attackiert und starteten dennoch immer wieder Versuche, das Gelände zu erreichen. "Auch wenn wir das Gelände heute nicht erneut besetzt haben, musste Vattenfall aufgrund unserer Aktion die Bauarbeiten wie schon am Mittwoch ruhen lassen."
Auch die angemeldete Kundgebung vor der Kraftwerksbaustelle wurde seitens der Polizei mit Wasserwerfern angegriffen und aufgelöst. "Das war die dritte willkürliche und rechtswidrige Versammlungsauflösung in dieser Woche. Der Polizeiführung scheint jegliche Achtung vor dem Grundrecht auf Versammlungsfreiheit zu fehlen.", so Christoph Kleine.
"Der schwarz-grüne Senat trägt die Verantwortung für einen Polizeieinsatz, der mit brutaler Gewalt auf zivilen Ungehorsam reagiert. Die Grünen geben sich als Klimapartei und tragen hier Knüppeleinsätze zur Durchsetzung eines Kohlekraftwerks mit.", kommentiert Felix Pithan, Sprecher von Gegenstrom08, die Ereignisse des heutigen Tages.
Selbst nach dem Ende der Aktionen und Kundgebung vor dem Kraftwerk wurden die KlimaaktivistInnen von der Polizei nochmals grundlos attackiert. Am S-Bahnhof Heimfeld drangen Greiftrupps gewaltsam in die Demonstration ein und nahmen willkürlich zwei Personen fest.
Die heutige Aktion ist erst der Auftakt einer neuen Klimabewegung, die sich auf dem seit einer Woche in Hamburg stattfindenden Klimacamp formiert. "Schon heute hat sich gezeigt, dass Kohlekraftwerke in Deutschland nur noch unter dem Schutz von Einsatzhundertschaften gebaut werden können. Wir werden in den kommenden Jahren dafür sorgen, dass der Bau der 25 geplanten neuen Kraftwerke weder politisch noch polizeilich durchzusetzen sein wird.", so Felix Pithan von Gegenstrom08.
Für Rückfragen:
Christoph Kleine, Tel.: 0172-9006161
Felix Pithan, Tel.: 01577-4748089
11.08.08: 12 Tage bis zum Baustopp - KlimaaktivistInnen stellen Vattenfall Ultimatum
AktivistInnen der Aktion Gegenstrom08 haben Vattenfall dazu aufgefordert, die Bauarbeiten am umstrittenen Kohlekraftwerk Moorburg sofort einzustellen. "Vattenfall hat noch zwölf Tage, um die Bauarbeiten einzustellen - sonst werden tausende Menschen am 23. August die Baustelle besetzen", kündigt Felix Pithan von Gegenstrom08 an. "Wir werden es nicht weiter hinnehmen, dass Vattenfall gegen den Willen der Hamburger Bevölkerung an der Fertigstellung der CO2- und Feinstaubschleuder arbeitet."
In Hamburg besuchten heute als Piraten verkleidete AktivistInnen der Kampagne das Vattenfall-Kundenzentrum in der Innenstadt und wiesen auf die Frist von zwölf Tagen hin. Schon jetzt haben sich in vielen Städten Menschen mit Aktionstrainings auf die Stillegung der Baustelle vorbereitet, während des am Freitag beginnenden Klima- und Antiracamps wird es weitere Trainings geben. "Wir gehen gut vorbereitet in die Aktion, um gemeinsam und solidarisch unser Ziel zu erreichen. Gegenstrom08 sucht keine Konfrontation mit der Polizei, wird sich aber auch nicht daran hindern lassen, die Kraftwerksbaustelle in Hamburg-Moorburg zu besetzen und stillzulegen.", erklärt Felix Pithan.
Über den Ausstieg aus der Kohleverstromung hinaus fordert Gegenstrom08 die entschädigungslose Enteignung der Energiekonzerne und den Einstieg in eine demokratisch kontrollierte ökologische und soziale Energieversorgung. "Vattenfall, RWE, e.on und EnBW machen Milliardenprofite mit überhöhten Energiepreisen, profitieren vom Weiterbetrieb der strahlenden Atomkraftwerke und setzen weiter auf den Ausbau der Kohleverstromung - dem müssen wir ein Ende setzen. Eine dezentralisierte Stromversorgung, das Einsparen von Energie und der Ausbau regenerativer Energien sind keine Frage der technischen Machbarkeit, sondern des politischen Willens.", so Felix Pithan.
Gegenstrom08 nimmt auch die ökologischen Schäden und katastrophalen sozialen Auswirkungen des Kohleabbaus in Ländern des Südens in den Blick. "Die Lebensräume und -grundlagen zahlreicher Menschen werden von Kohleminen bedroht oder vernichtet, in den Minen wird beispielsweise in Kolumbien massiv Gewalt gegen GewerkschafterInnen ausgeübt. Auch deshalb unterstützen wir das Zusammenkommen der Klima- und Antirassistischen Bewegungen in Hamburg." meint Felix Pithan dazu.
07.08.08: KlimaaktivistInnen bereit zu Dialog auf stillgelegter Baustelle
AktivistInnen der Kampagne "Gegenstrom08" antworteten heute auf ein Gesprächsangebot von Vattenfall mit der Einladung, am 23. August auf der Kraftwerksbaustelle in Moorburg über deren Abwicklung zu diskutieren.
"Wir halten diesen Ort für eine denkbar geeignete Kulisse, um über die Stillegung der Bauarbeiten an dieser Anlage und die Rücküberführung der ehemaligen HEW in öffentliches Eigentum zu sprechen.", heißt es in dem Schreiben.
"Der Klimawandel ist bereits jetzt, insbesondere in vielen Ländern des Südens, eine soziale Katastrophe. Der Ausstieg aus der Kohle ist daher dringend notwendig.", so Felix Pithan von Gegenstrom08.
Am 23. August werden TeilnehmerInnen des Klima-Aktionscamps und viele weitere Hamburgerinnen und Hamburger die Kraftwerksbaustelle stilllegen. "Gegen die Pläne Vattenfalls und einen schwarz-grünen Senat, der sie ermöglicht, hilft nur noch massenhafter ziviler Ungehorsam", schließt Pithan.
Das Kraftwerk Moorburg würde bei seiner Inbetriebnahme den CO2-Ausstoß Hamburgs um 40% erhöhen und die umliegenden Stadtteile massiv mit Feinstaub belasten.